September - Tipp 2008: Atmung
von Barbara Jentner
Nachdem ich heute bei Regenwetter durch den Wald gejoggt bin und die frische, reine Luft (so ganz ohne Blütenstaub...) genussvoll tief einatmen konnte, hab ich mich entschieden, hier eine kleine Zusammenfassung über das „unendlich“ Thema Atmung zu schreiben.
Wir können ohne Essen ca. 40 Tage, ohne Trinken ca. 5 Tage, ohne Sauerstoff nur einige Minuten überleben. Wir brauchen Sauerstoff zum Leben. Wir brauchen Sauerstoff als Verbrennungsenergie des Körpers, durch die alle Stoffwechselprozesse ermöglicht werden.
Je mehr Energie wir brauchen, z.B. durch Sport, umso mehr steigt der Sauerstoffbedarf.
Durch das Ein-und Ausatmen wird die Luft in die Lunge eingesaugt, bzw. herausgedrückt. In der Lunge wird der Sauerstoff aus der Atemluft auf die roten Blutkörperchen übertragen (beim einatmen) und das Kohlendioxid wird von den roten Blutkörperchen in die in der Lunge enthaltene Luft abgegeben (beim ausatmen). Der Sauerstoff wird über die roten Blutkörperchen mit dem vom Herzen getriebenen Blutstrom dorthin gebracht, wo er gebraucht wir. Beim Sport z.B. in die Muskulatur.
Die Lunge kommt nie an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit! Die Ursache, dass bei einer gewissen Belastung nicht mehr genug Sauerstoff in die Muskulatur kommt (wenn der Muskel von der aeroben zur anaeroben Energiegewinnung zurückgreifen muss), hat nichts mit der Lungenkapazität zu tun, sondern z.B. mit einem nicht ausreichend grossem Herz, unzureichender Kapillarisierung usw.
Atem- und Herzrythmus sind also sehr eng aneinander gekoppelt. Das maximale Sauerstoffaufnahmevermögen hängt von der Grösse des Herzminutenvolumens (Schlagfrequenz mal Schlagvolumen/Minute) ab. Ausdauerbelastung verbessert das Herzschlagvolumen. Das Sportlerherz schlägt in Ruhe weniger oft als das von Untrainierten und kann bei Belastung mit weniger Schlägen mehr Blut befördern als das von Untrainierten. Ein trainierter Körper hat also eine bessere Aufnahme und Verwertung von Sauerstoff als ein untrainierter Körper.
Der Atemreflex ist vor allem über eine zu hohe Kohlendioxidkonzentration reguliert und nicht über den Sauerstoffmangel! Daher ist das Hyperventilieren vor dem Tauchen so gefährlich: das Kohlendioxid wird abgeatmet, beim Tauchvorgang entsteht dann trotz mangelndem Sauerstoff kein Atemreflex, der zu Auftauchen zwingt, da die Kohlendioxidkonzentration den Schwellenwert zum Auslösen des Atemreflexes nicht erreicht. Die Folge kann lebensbedrohliche Ohnmacht unter Wasser sein.
Beim Ausdauersport stellt sich der optimale Atemrythmus automatisch ein , wenn man sich darauf konzentriert ruhig und tief zu atmen und vor allem nicht nur tief einatmen, sondern auch ganz gut ausatmen - nur so kann ein optimaler Gasaustausch stattfinden! (Bei schneller kurzer Atmung wird die Luft nur in den oberen Teilen der Atemwege hin-und hergeschoben.)
Beim Schwimmen (nicht beim Rückenkraul) jedoch kann nur zu bestimmten Zeitpunkten geatmet werden. Es ergeben sich also vorgegebene Atemmuster wie zB. 2er, 3er, 4er-Zug. Schwimmer atmen meistens häufiger, als es vom Sauerstoffbedarf her notwendig wäre! Beim Kraulschwimmen reicht selbst bei höherem Tempo meist ein 3er-Zug aus. Dadurch ist auch die Wasserlage ruhiger.
Das Thema Atmung könnte hier noch lange weiter ausgeführt werden. Auch möchte ich an dieser Stelle nicht viele Tipps und Ratschläge zur Atmung geben, denn jede Person ist bzw. atmet anders und es gibt verschiedene Wege und Möglichkeiten, die Atmung zu optimieren. Ich kann jedoch allen sehr empfehlen, die eigene Atmung bweusst wahrzunehmen, zu beobachten und dann mal versuchen, bewusster, ruhiger, tiefer und weiter in den Bauch zu atmen (Zwerchfellatmung). Das wäre dann schon mal ein erster Schritt . „Gut Luft“!
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