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Total Immersion Methodik bei Wettkampf Schwimmer
Oft wird kritisiert, dass Total Immersion Swimming™ nicht für Wettkampfschwimmer tauglich ist. Ich bin selber Wettkampfschwimmer und war von der Methodik sofort überzeugt gewesen, als ich diese vor zehn Jahren als Erwachsener kennen gelernt habe. Das war jedoch mehrere Jahre nach dem Abschluss meiner Karriere als Wettkampfschwimmer. Ich kann nicht behaupten, dass ich mit Total Immersion jetzt schneller bin als während meiner aktiven Schwimmzeit – erstens bin ich 20 Jahre älter und zweitens ist der damalige wöchentliche Trainingsaufwand von 36h nicht mit den heutigen 2-3 Stunden pro Woche zu vergleichen…
Aber ich wollte es wissen wie sich die Total Immersion Swimming™ Methodik für Wettkampfschwimmer eignet und setzte diese in einem Schwimmverein ein. Ein Schwimmer entwickelt seinen persönlichen Stil in den formativen Jahren, d.h. zwischen dem 8. und 14. Lebensjahr. Der Schwimmtrainer übt in diesen Jahren einen grossen Einfluss auf den persönlichen Schwimmstil eines Schwimmers aus. Von 2001 bis 2006 übernahm ich die Leitung eines Schwimmvereins und arbeitete mit einer kleinen, jungen Mannschaft aus dem Grossraum Zürich. Die Schwimmer waren zwischen 9 und 16 Jahren alt. Beim Aufbau der Trainingsstrukturen hielt ich mich an die Grundlagen von Total Immersion und liess die Übungen ins Training einfliessen. So schaffte ich, dass die Schwimmer über eine gute technische Grundlage verfügten. Über 80% der Trainingszeit arbeiteten wir ohne Stoppuhr, d.h. die Schwimmer sind nicht unter zeitlichem Druck gestanden während den Serien, sondern schwammen diese v.a. unter technischem Gesichtspunkt. Im Training integrierten wir die Übungen in die Schwimmserien und holten aus dem Minimum an Wasserzeit ein Maximum an Technik und Geschwindigkeit heraus. Die Schwimmer trainierten höchstens 4 bis 5mal in der Woche. Diese Jahre waren sehr fruchtbar für die technische und schwimmerische Ausbildung der Schwimmer.
Ich denke, dass trotz diesen nur 5 Trainingeinheiten in der Woche das Maximum aus den Schwimmern herausgeholt wurde, ohne dass grosse Einschränkungen in ihrem restlichen Leben notwendig waren. Mein eigener Trainingsaufwand vor 20 Jahren im Gegensatz dazu lag bei 11 Trainingseinheiten und bis zu 100km pro Woche.
Nach diesen 4 Jahren wurden 2 Schwimmer in den Nationalkader der Schweiz berufen. Das zeigte mir, dass die Total Immersion Swimming™ Methodik auch im Spitzensport erfolgreich sein kann.
Was hat diese Anekdote mit Schwimmen im Triathlon zu tun?
Die meisten Hobby-Triathleten haben im Sinn, Sportlich etwas tun, wollen aber möglichst keine Zeit dafür investieren. Das heisst, die Zeit ist knapp und das Ziel ist es, das meiste aus einer Trainingseinheit herauszuholen, damit am Wettkampf ein möglichst gutes Ergebnis erzielt werden kann. Viele Triathleten bekunden Mühe im Wasser und trainieren nicht so gerne im kühlen Nass. Ich bin mir sicher, dass eine Methodik und die bewusste Konzentration auf Technik statt Ausdauer und Kilometer mehr bringen. Dadurch kann der Trainingsaufwand in Grenzen gehalten werden und bessere Zeiten erreicht werden.
TI Kurse – Unsere Hauptsaison mit den Total Immersion Wochenendkursen neigt sich langsam dem Ende zu. Im März werden noch zwei Kurse in Salzburg und Montabaur durchgeführt. Im April finden ein Kurs in der Schweiz und ein Kurs in Hamburg statt. Am 19. bis 26. April wird ein intensiver 4-Lagen Kurs mit einer Gruppe von Triathleten und Schwimmern in Riccione durchgeführt.
ORCA Neoprenanzüge – Dieses Jahr biete ich wieder die schnellsten Neoprenanzüge an – ORCA. Ich bin fest davon überzeugt, dass die Anzüge von ORCA absolute Spitzenklasse sind. Letztes Jahr hat einer meiner Schwimmer das an der Team Challenge am 70.3 in Rapperswil bewiesen, indem er in einem ORCA Neoprenanzug mit über eine Minute Vorsprung auf das Feld aus dem Wasser gestiegen ist! Die neuesten Modelle sind unter www.waterwear.ch erhältlich. Tests finden während den Open Water Swims diesen Sommer statt.
Marco Pilloud
Rückblick Skating Seminar in Pontresina
Fast „Badewetter“ im Engadin – und das Ende Februar! Trotz den frühlingshaften Temperaturen von ca. 14 Grad in Pontresina (der Schnee schmolz vor sich hin, doch zum Langlaufen ging es noch relativ gut – obwohl die Schneebedingungen nicht optimal waren) blicken wir auf ein sehr positives, lehrreiches und geselliges verlängertes Weekend zurück.
Da wir vor den Öffnungszeiten ins Hallenbad durften und alleine waren, konnten wir uns dort richtig „breit machen“. Der anschliessende Gang zum warmen Aussenbad mit Sprudel und Düsen war ein willkommener Abschluss nach der Schwimmlektion. Auch für die Muskulatur ist das Wasser bzw. Schwimmen eine optimale Ergänzung zu den zum Teil noch „akrobatischen Einlagen“ auf den schmalen Langlaufbrettern.
Unsere kleine Gruppe setzte sich aus Einsteigern und Fortgeschrittenen in beiden Disziplinen zusammen. Die Teilnehmer waren sehr motiviert, interessiert und konnten einiges lernen bzw. dazulernen in den 3 Tagen. Obwohl Marco und ich schon seit vielen Jahren Kurse leiten, staunen wir immer wieder über die raschen sicht- und merkbaren Fortschritte bei unseren Gästen.
Nur mit Schulung, Übungen und vor allem auch mit dem Verständnis für den Bewegungsablauf ist es möglich, technisch korrekt zu skaten oder zu schwimmen. Beide Sportarten sind technisch hochkomplex und der wirklich grosse Spass daran kommt meist erst mit dem Können.
Es ist uns gelungen, die Verbindungen zwischen der Schwimmtechnik und der Langlauf-Skatingtechnik herzustellen. Absolut spannend und faszinierend zu erfahren, wie viele Parallelen im Bewegungsablauf es da gibt, wie unsere Teilnehmer diese auch gespürt haben und sportartübergreifend umsetzen konnten! Neben der intensiven Auseinandersetzung mit dem Sport, der Videoanalyse und den interessanten Diskussionen kam auch die Geselligkeit nicht zu kurz: die feinen gemeinsamen Nachtessen waren sehr unterhaltsam und lustig, was man allen Gesichtern ansehen konnte! Wir freuen uns schon auf den nächsten Kurs, welcher voraussichtlich im Dezember 2008 stattfinden wird!
Barbara Jentner |